P.A.R.T.Y. -Tag in der BG Unfallklinik Murnau

Vor den Ferien überraschte Herr Fuchs die Klasse 10c mit einem großartigen Angebot der berühmten Klinik im Blauen Land. Wir durften an einem Präventionstag teilnehmen, der uns spannende Einblicke in das Arbeiten der gesamten Belegschaft der Unfallklinik gewähren sollte.
Auch oder gerade weil der Tag anders lief, als wir uns vorgestellt hatten, hinterließ er nachhaltigen Eindruck. Von „Ich fand das alles so spannend!“ bis hin zu „Krass, wie hart!“ war danach alles zu hören.

Aber nun von vorne:
Die 10c und ein paar Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe trafen sich mit Herrn Fuchs, Frau Schmalen und Frau Ammann am Haupteingang der Klinik, um den Hörsaal aufzusuchen, der extra für diesen Tag hergerichtet war. Getränke und Brezen standen bereit, man konnte sich gemütlich niederlassen.
Begrüßung durch einen Arzt, Vortrag einer Polizistin – alles gut. Regeln im Straßenverkehr werden zu selten eingehalten, Helm beim Radfahren wäre wichtig, helle Kleidung in der Nacht tragen würde Unfälle vermeiden, am Handy sein lenkt vom Straßenverkehr ab, Alkohol ist sowieso schlecht, …. das haben wir alle schon oft gehört und wissen es auch. Dann jedoch wurden wir in Kleingruppen aufgeteilt und durchliefen verschiedene Stationen bis zur Mittagspause, kurzum: Es ging ans Eingemachte.
Wir besuchten die Intensivstation mit schockierenden Bildern und der Fragestellung, wann es Sinn ergibt, Maschinen abzuschalten. Plötzlich wurde die Diskussion um Helm und dessen Funktion brutale Wirklichkeit. Lebensgefährliche Kopfverletzungen – das sind einige in der Woche! – könnten durch ein konsequentes Tragen komplett vermieden werden. Beim Besichtigen des Rettungswagens durften wir selber Hand anlegen oder wurden auf die Liege geschnallt. Hier konnte man durchatmen. Der Schockraum, bei dem es wirklich um Leben und Tod geht, wenn schwerst Verunfallte eingeliefert werden, führte uns beeindruckend vor Augen, dass im Ernstfall zehn Menschen funktionieren und gegen die Zeit arbeiten müssen. Hier stellte sich ein Angestellter der Klinik als geschminktes Unfallopfer zur Verfügung, wow!
Die wohl schockierendste Erfahrung des Vormittags war es, den jungen Mann mit amputiertem Arm kennenzulernen. Er erzählte, dass er im betrunkenen Zustand vor zwei Wochen nach einem Autounfall seinen linken Unterarm verlor. Wundheilung, Operation, Hauttransplationen, Röntgenbilder, Fotos vom Auto und seine einsichtigen Worte nahmen so manchen von uns ziemlich mit. Wir durften Fragen stellen, die schonungslos beantwortet wurden.
Beim anschließenden Mittagessen fanden wir die Gelegenheit, unsere Erfahrungen auszutauschen und Gespräche zu führen. Die leckeren Pizzastückchen hatten wir bitter nötig.
Beim nachmittäglichen Punkt durften wir gemeinsam die Turnhalle aufsuchen. Mehr als zehn Fachkräfte hatten einen Parcours vorbereitet: Rollstühle, Bettenlift, Ein-Armstation, Prothesen und spezielle Brillen warteten darauf, von uns ausprobiert zu werden. Mit Spaß und Freude verging die Zeit schnell, jedoch blieb der Gedanke zurück, dass das alles ernst sein könnte.
Der letzte Programmpunkt stand bevor: Eine ehemalige Patientin, die mehr als zwei Jahre an der Klinik behandelt worden war, berichtete von ihrem Unfall und dem Aufenthalt. Sie war ohne Helm auf dem Schulweg von einem Auto erfasst und durch die Luft geschleudert worden. Neben diversen Brüchen ist vor allem die Heilung des Schädelbruchs der hervorragenden Hilfe der Ärzte zu verdanken.

Fazit: Ehrlich gesagt hatten wir erwartet, dass uns mit dem erhobenen Zeigefinger gesagt wird: „Finger weg von Drogen! Tragt Helm!“ Stattdessen erlebten wir einen äußerst spannenden und gleichzeitig schockierenden Tag, der selbst unseren Lehrkräften eine schlaflose Nacht bescherte.
Unser herzlicher Dank gilt Herrn Fuchs und dem Klinikum für Idee, Organisation und Umsetzung!

Depression & Angststörung

Anlaufstellen für dich:

Nummer gegen Kummer: 116 111

Kinderschutzhotline: 0800 8888004

Die Aufklärung über psychische Erkrankungen, insbesondere auch über Depression und Angststörungen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, zu der auch die Schulen einen wichtigen Beitrag leisten. Gesundheitsförderung und auch die Themen wie psychische Gesundheit und Umgang mit Stress spielen nicht nur in der Erwachsenenwelt eine große Rolle.

An den Schulen sind die regionalen Schulpsychologinnen (Frau Streicher ist jeden Freitag an der Realschule Peißenberg vor Ort), Schulpsychologen und Beratungslehrkräfte (Frau Knissel) vor Ort erste Ansprechpartner für Kinder und Jugendliche zu seelischen Notlagen, die über Schulprobleme hinausgehen.

Um eine frühe Diagnose und die entsprechende Therapie zu ermöglichen, übermitteln sie vor Ort wichtige und aktuelle Hinweise zu Beratungsstellen, Ärzten, Therapeuten und Kliniken im jeweiligen Schulumfeld.