Tag der offenen Tür 2018

Der Duft von frisch gebackener Pizza weht durch den Südbau der Realschule Peißenberg. Im Hintergrund hört man Michael Jacksons „Will you be there“, gesungen vom Chor der zehnten Klassen. Überall begegnen einem lachende Gesichter. Die Viertklässler aus Peißenberg und den umliegenden Gemeinden bevölkern gemeinsam mit ihren Eltern die Gänge und die Aula der Realschule.

Es ist der Tag der Offenen Tür. Die Fachschaften präsentieren sich den interessierten Kindern und zeigen, was die Realschule Peißenberg alles zu bieten hat. So drängen sich 20 Jungen und Mädchen im Chemiesaal, wo Chemie-Lehrerin Veronika Beier mit einem einfachen Experiment zur Chromatografie die zukünftigen Realschüler begeistert. Mit Hilfe einer kreisrunden Papierscheibe von der Größe einer CD und Wasser wird den Viertklässlern gezeigt, dass ein simpler schwarzer Filzstift in allen Regenbogenfarben leuchten kann. Dazu malen die Kinder einfach einen schwarzen Kreis um ein kleines, kreisrundes Loch in der Mitte der Papierscheibe. Dann wird ein zusammengerolltes Stück Papier in dieses Loch gesteckt, der sich langsam mit Wasser vollsaugt. „Das Wasser verdrängt nun die einzelnen Farbpigmente und zerlegt so die schwarze Farbe in ihre Bestandteile“, so Beier. Fasziniert davon starren die Jungen und Mädchen auf die nun bunte Papierscheibe.

Nach diesem Experiment zieht es viele in die neue Schulküche, wo Haushalt- und Ernährungslehrerin Valerie Tröndle mit der Produktion der Mini-Pizzen kaum hinterherkommt: „Wir können in unseren vier Backöfen 64 Mini-Pizzen auf einmal backen. Insgesamt brauchen wir heute 6kg Mehl.“ Die Pizzen werden mit Salami, Champignons oder anderen Leckereien belegt. Während Eltern und Schüler begeistert zugreifen, erklärt Tröndle, dass in der 7.Klasse den Schülern einfache Rezepte zum Selberkochen beigebracht werden. Zudem erfahren die Jugendlichen im Unterricht alles über gesunde Ernährung.

 

Nach dieser Stärkung geht es weiter in den Biologie-Saal, wo gerade Biologie-Lehrer André Emmrich den interessierten Jungen und Mädchen Kartoffeltierchen präsentiert. Per Beamer werden die unter dem Mikroskop beobachteten Einzeller in Echtzeit an die Wand projiziert. „Das Mikroskopieren ist im neuen Lehrplan bereits in der 5.Klasse vorgesehen“, so Emmrich. Dass das Mikroskopieren den Viertklässlern Spaß macht, bemerkt man auch den vielen Fragen. So möchte ein Schüler zum Beispiel wissen, wie man diese Kartoffeltierchen selbst züchten kann. Da kann natürlich der Biologie-Experte weiterhelfen: „Einfach einen Heuaufguss, bestehend aus Regenwasser, Stroh und Gras aufsetzen. Diesen eine Woche in einem offenen Glas stehen lassen. Fertig.“ Gleich neben dem Mikroskop steht zudem noch ein selbst gebautes Gewächshaus, das Emmrich gemeinsam mit der Forscherklasse entwickelt hat. Die Forscherklassen sind neu an der Realschule Peißenberg, wobei diese sehr gut von den Schülerinnen und Schülern angenommen werden.

Vom Biologie-Saal geht es vorbei am IT-Saal, wo die Schüler erste Einblicke in die Programmierung erhalten und hoch zur Sporthalle. Hier toben gerade 20 Jungen und Mädchen herum und spielen Tischtennis, Fußball oder nutzen eines der vielen anderen Sportgeräte. Während die Kleinen begeistern spielen, lassen sich die Eltern von Sportlehrer Volker Süßenbach darüber informieren, dass es an der Realschule Peißenberg die bewegte Pause gibt. Jeweils am Mittwoch und Freitag in der ersten Pause dürfen die Fünft- und Sechstklässler die Sporthalle nutzen, um sich auch außerhalb des Sportunterrichts körperlich betätigen können.

Jetzt brauchen die meist 9-jährigen Kinder wieder eine Stärkung. Diese bekommen sie bei der Französisch-Fachschaft, die leckere Crêpes verkauft. Der Weg führt nun in Richtung Aula, vorbei an der Fachschaft Erdkunde, wo gerade ein Zeitraffer-Film von Schülern aus der 9.Klasse gezeigt wird. Dieser Film zeigt die Zubereitung einer gesunden Pausenverpflegung aus fair gehandelten Lebensmitteln. Weiter geht es zur Fachschaft Mathematik, wo Lehrerin Julia Neumann die Schüler fasziniert, indem sie Zahlen scheinbar aus dem Nichts vorhersagt, die sich die Viertklässler zuvor gemerkt haben. Kurz vor der Aula kann man beim Schulsanitätsdienst an einem Quiz teilnehmen und kleine Preise gewinnen. In der Aula zeigt sich dann die Vielfalt der Realschule Peißenberg in Form der verschiedenen dauerhaften Schülerprojekte: Nichtraucher-Tutoren, Fang-Ned-O-Tutoren (Suchtprävention), Schüler helfen Schüler (Nachhilfe), Schulmedienscouts, 10.Klass-Tutoren für die 5.Klassen usw.

Nachdem man sich hier informiert hat, geht es ein Stockwerk höher. Dort kann man zunächst in der großen Schülerbücherei stöbern, wo man sich kostenlos Romane und Sachbücher ausleihen kann. Außerdem präsentiert hier die Fachschaft Deutsch Schülerarbeiten, die zu Jugendbüchern, aber auch zu Literaturklassikern angefertigt wurden. Wenige Meter später steht die Tür des Kunstsaals offen, wo gerade acht Viertklässler begeistert mit Ton arbeiten. Unter der Leitung von Frau Englmeier dürfen die Kinder eine Schale oder ein kleines Tier töpfern. Das Besondere: Die Kunstwerke werden gebrannt und können zwei Wochen später in der Realschule abgeholt werden. Neben diesem Tisch erklärt Angelika Walter, ebenfalls Kunstlehrerin, den Schülern ein altes Nomadenspiel. 15 bunt angemalte Schafgelenksknochen liegen in einer Reihe auf dem Boden. Eine Schülerin hält einen fünfmal so großen Kuhgelenksknochen in der Hand und wirft damit aus zwei Metern Entfernung auf diese Reihe. „Jeder getroffene Schafgelenksknochen gibt Punkte, wobei jede Farbe einen anderen Punktwert bringt“, so Walter, „dieses Spiel habe ich mit den Fünftklässlern gespielt, als Einstieg in das Thema ‚Spiele selbst erfinden‘. Die Schüler waren begeistert.“

Wer immer noch nicht genug hat, geht weiter in den Physiksaal, wo weitere Experimente gezeigt werden. Oder man geht wieder in die Aula zurück, kauft sich noch ein Stück Kuchen beim Elternbeirat und lässt einen erlebnisreichen Tag der Offenen Tür in Ruhe ausklingen.