„pack ma´s“ – für eine Schule ohne Gewalt

Wie reagiert man in einer Gefahrensituation richtig? Was ist eigentlich „Gewalt“ und welche Folgen hat sie? Was kann man gegen Mobbing tun? Was macht eine gute Gemeinschaft aus?

Nicht nur der „Fall Tugce“, der gerade durch alle Medien geht, brachte die Diskussion über das Thema Zivilcourage und Gewaltprävention wieder in Gang. Auch an den Schulen und im Alltag sieht man immer wieder, wie wichtig es ist, Gewalt vorzubeugen und sinnvolles Opfer- und Helferverhalten auch mit Jugendlichen einzuüben.

Am 19. und 20. November 2014 hatten 22 Lehrerinnen der Realschule Peißenberg und weitere Interessierte von anderen Schulen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit die Gelegenheit, sich im Rahmen des Gewaltpräventionsprogramms „pack mas“ eine Multiplikatorenschulung zu besuchen. Der Kurs dauerte eineinhalb Tage und wurde moderiert von zwei erfahrenen Präventionsfachkräften des Polizeipräsidiums München: den beiden Kriminalhauptkommissaren Nicolo Witte und Ralph Kappelmeier.

Ziel der Schulung war es, die Teilnehmer soweit auszubilden, dass sie das Programm anschließend mit Schülern bzw. Teilnehmern von Seminaren selbständig durchführen können. Viele praktische Interaktionen und Spiele demonstrierten den Teilnehmern zum Beispiel, wie sie sich selbst und andere vor Gewalt schützen können und sich in Krisensituationen zu verhalten haben. Anschließend wurden alle Übungen genau evaluiert und mögliche Probleme besprochen. Dadurch konnten selbst festgelegte Regeln und Vereinbarungen erarbeitet werden, die für eine höhere Akzeptanz bei der Zielgruppe sorgen und einen nachhaltigen Effekt erzielen sollen.

In Zukunft werden an der Realschule Peißenberg in Zusammenarbeit mit der Polizei die bereits bestehende Einheit „Zammgrauft“, auf der das Programm „Pack mas“ basiert, in der achten Jahrgangsstufe durchgeführt und ergänzt werden. Zusätzlich wird auch der Bereich „Mobbing" in den sechsten Klassen thematisiert werden.

Trotz des ernsten Themas vermittelten die Kommissare die Inhalte der Schulung mit viel Spaß und guter Laune. Auch die gute Verpflegung in der Schulküche trug dazu bei, dass es für die Teilnehmer nicht nur sehr informative, sondern auch äußerst kurzweilige und interessante eineinhalb Tage wurden.

Mareike Kliegel