Abschlussfahrt 2017

Am Montag, 23.10.2017, machte sich eine 103 köpfige Mannschaft auf den Weg ins ferne Berlin. Während der etwa neunstündigen Reise gab es zum Glück diverse Haltepunkte mit nahrhaftem McDonald's Essen, um etwaige Nahrungsdefizite in der Bundeshauptstadt bereits im Voraus aufzufüllen.

Unsere Hotels lagen am Tempelhofer Ufer mitten in Kreuzberg bzw. in Schöneberg: außen ein typisches Berliner Nebenstraßen-Gebäude ohne besonderen Schnickschnack. Innen jedoch gut ausgestattet, mit Foyer und bequemen Sesseln, jedes Zimmer mit eigenem Fernsehgerät und WLAN, sodass man jederzeit auch mit dem Rest der Welt kommunizieren konnte.
Zum ersten Kennenlernen ging es nach dem reichlichen und sehr schmackhaften Abendessen (OT Lehrer) zu Fuß zum Potsdamer Platz mit einem gigantisch schön erleuchteten Innenhof und wunderschönen Einkaufspassagen. Dort konnte man schon einmal etwaige Schnäppchen und die entsprechenden Preise sondieren.

Nach einer ruhigen Nacht (dafür sorgte die nächtlich anwesende Security), wurden wir am Dienstag früh zu einer dreistündigen Stadtrundfahrt abgeholt. Von unseren Reiseführern erfuhren wir so manch Wissenswertes über die Stadt, durchquerten mehrere Stadtbezirke, stauten uns durch die von zahllosen Baustellen und Falschparkern verengten Straßen und hatten auch Gelegenheit, an einigen wichtigen Punkten des historischen Berlin auszusteigen, um Erinnerungsfotos zu schießen.
Nach der Mittagspause ging es zum Museum Checkpoint Charlie. Dort konnten wir uns ausführlich über die Entwicklung der Stadt vom dem Ende des 2. Weltkriegs bis zu abenteuerlichen Fluchtwegen aus dem „Arbeiter- und Bauernparadies DDR“ informieren. Der Besuch machte alle derart hungrig, dass wir noch vor dem Abendessen ein kurze Rast an einigen Fastfoodbuden einlegen mussten. Schließlich durften wir nicht ohne Stärkung zu unserer abendlichen Disko erscheinen.

Was für die Lehrer, die zum Glück in einem relativ schalldichten Nebenraum Platz nehmen durften, an Körperverletzung grenzte, war für die Schüler ein Klangerlebnis höchster Qualität. Was allerdings super war: die Disko wurde von Security überwacht und es gab ein Hinaus und Hinein nur mit entsprechender Erlaubnis der Lehrer.

Das Schloss Sanssouci in Potsdam war ein besonderes Erlebnis, das wir uns natürlich nicht entgehen lassen durften. Begleitet von kundigen Führern erfuhren wir Besucher vieles über das Leben am kurfürstlichen Hof, die Zwänge, die damals in den königlichen Kreisen herrschten, über die Bauweise, Kunst und Architektur sowie darüber, wie in den letzten Jahrhunderten am Hof gespeist und gefeiert wurde.

Zurück in Berlin, begaben wir uns schnellstens in diverse Lokalitäten, denn Geschichte macht hungrig. Im Anschluss daran fuhr uns unser Bus nach Hohenschönhausen. Dieses ehemalige Stasi-Gefängnis zeigte uns in erschütternder Weise, wie die oberste Politik und ihre Handlanger mit Menschen, die unbescholten waren oder nur helfen wollten, umgingen. Ein Überlebender, etwa 75 jähriger ehemaliger Strafgefangener beantwortete alle Fragen der Schüler ehrlich und ausführlich, beschrieb uns die Methoden der Stasi und begleitete uns auf einem etwa zweistündigen Rundgang durch die verschiedenen Bereiche dieses grauenhaften Lagers. Zurück in unseren Unterkünften konnten wir nach dem Abendessen wiederum in den Innenstadtbereich wandern, um uns im abendlichen Licht Schaufenster und Passagen anzusehen.

Donnerstag Vormittag trafen wir uns am DDR Museum, einem besonders interessanten Haus, in dem vieles über das Leben der DDR Bürger (zum Anfassen) gezeigt wurde. So konnte man in einem Original-Trabi Platz nehmen und visuell einige Runden drehen, Bilder aus Politik und Arbeitsleben bestaunen, ein typisches DDR Familienidyll mit Bad, Wohnzimmer, Küche und Garage kennenlernen sowie auch noch das eine oder andere Andenken erwerben. Der Tag stand aber auch im Zeichen der Politik. Die meisten bestaunten zum ersten Mal die beeindruckenden Gebäude der deutschen Staatsmacht. Nachdem die Sicherheitskontrollen durchlaufen waren, stellten sich alle brav am Eingangsgebäude an. Von einer Führerin wurden wir ins Innere begleitet und gelangten so über den Lift in den Bundestag. Es fand gerade keine Sitzung statt, so konnte uns ein eloquenter Führer alle Informationen geben, die die Parlamentsarbeit, die Parteienstruktur oder die Führungsmannschaft der Regierung betreffen. Über das Dach des Parlamentsgebäudes gelangten wir schließlich zur Reichstagskuppel, welche natürlich von allen erklommen wurde. Zum Glück war das Wetter zwar wolkig, aber stets trocken, sodass wir auch von hier einen guten Überblick über die Stadt bekommen konnten.

Freitag früh ging es nach dem Kofferpacken und dem letzten Frühstück wieder zurück nach Bayern. Glücklicherweise kamen alle Teilnehmer gesund, wohlbehalten und voller interessanter Eindrücke, aber wahrscheinlich mit leerem Geldbeutel wieder in Peißenberg an. Eine beeindruckende Reise, die allen viel Spaß gemacht hat, die aber auch sehr deutlich gezeigt hat, dass sich unsere Peißenberger Schülerinnen und Schüler auch in der Ferne nur von ihrer allerbesten Seiten zeigten.